Neulich im EU-Restaurant in Brüssel

"Bei Sassoli"

 

Ich suchte mir dort einen tuskigen Tisch aus, den ich für passend hielt, da er einen guten Blick auf die Bühne garantierte, auf der wenig später wieder das "Brüsseler-Traumtanz-Theater" auftreten sollte, um den alljährlichen Traumtänzerball aufzuführen. Nachdem ich mich dann auf den von mir ausgewählten freien Platz hingesetzt hatte, kam gleich der Ober(st) um die Ecke geschulzt- und ermahnte mich in rauem Ton, da ich mir einfach einen Tisch ausgesucht hatte, ohne die Genehmigung des Obers(t) einzujunkern! "Aber der ist doch noch frei- und warum soll ich mir erst eine Genehmigung einholen?", fragte ich sehr irritiert. "Das ist egal", antwortete der Ober(st)- und vergas wohl- mir die Frage zu beantworten, während er mir den eigentlichen Tisch zuteilte. Er gab mir die Speisekarte, in der ich aus 3 Menüs demokratisch wählen konnte, und ging. Interessiert blickte ich auf die Karte und überlegte, welches Menü ich mir bestellen sollte. "Mmmhhhhh, soll ich mich für "Menü1: Hack mit Braten und Sauce" für 62,50 oder "Menü2: Braten mit Hack und Sauce" für 82,20- oder gleich für das "EU- Wunschtrauma*Menü" für 127,50 entscheiden"?

 

Daraufhin ließ ich den Ober(st) noch einmal antanzen und fragte, ob es einen Unterschied zwischen Menü1, Menü2 gebe und worum es sich beim EU- Wunschtrauma*Menü handele. "Selbstverständlich sind alle Menüs absolut identisch", antwortete der Ober(st)- mit hochrotem Kopf und lallender Stimme. "Okay, dann nehme ich natürlich Menü1", und freute mich insgeheim über das vermeintlich gemachte Schnäppchen, da alle Menüs ja die Selbigen waren und ich mit dem günstigsten Preis davon kam. "Und möchten Sie etwas trinken"? "NEIN, NICHTS, DANKE" antwortete ich. "Aber Sie müssen hier etwas trinken, das ist hier absolute Pflicht!" antwortete der schlacksige Ober(st), dessen Kopf sich immer noch nicht abkühlt hatte und mir nun sogar schon feuerrot entgegenleuchtete. "Okay, dann muss ich wohl", und schaute verdutzt auf die Gertränkekarte, die er mir gerade erst übergeben hatte. "Mhhhhh, warum steht denn da nur ein 0,2 Liter Getränk auf der Karte, aber mit völlig unterschiedlichen Preisen"? fragte ich den Ober(st) diesmal erstaunt. "Das ist doch ganz einfach", antwortete er:

 

"Wenn Sie Menü 1 bestellt haben, kostet das Wasser 67,50, wenn Sie sich für Menü 2 entschieden, dann müssen Sie 47,80 bezahlen und beim EU- Wunschtraumamenü brauchen Sie nur läppische 2,50 berappen, damit Sie immer auf den gleichen Preis von 130 Euro kommen. Wenn Sie zu wenig Geld haben, dann können Sie es sich bei uns auch von der Leyen Bank, pardon, von der Bank leihen, da wir dir die 0- Zins- Politik haben, mit der Sie sich grenzenlos verschulden können. Und wenn Sie mal die Raten nicht mehr zahlen wollen, dann zahlt Ihr Nachbar (gern) für Sie weiter". Das war mir dann doch ein klein wenig zu teuer, denn abzocken lassen, NEIN! das wollte ich mich von dieser EU sicherlich nicht, verschulden oder mich auf Kosten anderer amüsieren, natürtlich auch nicht. Deshalb machte ich meinem Ärger Luft, denn ich schäubelte bereits vor Wut: "Nee, ich werde hier, heute und auch zukünftig, weder etwas essen noch etwas trinken! Außerdem bin ich nicht so besessen auf hohe Schulden, wie unsere ach so tollen politischen Hofreiter! 

 

"Okay, es zwingt Sie ja keiner" 

 

Ich ging bereits auf den Ausgang zu, um diesen Ort schnell wieder verlassen zu können. "Aber was ist denn nu?", dachte ich erschrocken, als dort am Ein/Ausgang überraschend ein Mann auf einem Stuhl merkelte, mir seine Hand entgegenstreckte und sogleich erklärte: "Wenn Sie hier weder gegessen noch getrunken haben, dann kostet Sie das 130 Euro Austrittsgeld, ansonsten kann ich Sie hier nicht mehr rauslassen"... "Aber das war doch eben noch nicht so, als ich rein kam" entgegnete ich und sah den Ober(st) verwundert an, der mich mit Argusaugen beobachtete. Daraufhin dieser jäh sehr fröhlich gesonnen: "Das stimmt, das haben wir ja auch gerade eben erst heimlich im Hinterzimmer beschlossen, da die meisten Leute sofort wieder gehen, ohne unseren tollen eurotischen Service in Anspruch genommen zu haben, weil die den Heiko Maas zu schnell voll haben". 

 

Während ich überlegte, was nun zu tun sei, sah ich in der hintersten Ecke des Restaurants eine schmale Tür, auf der mehrere Großbuchstaben eingraviert waren, die ich aus der Entfernung aber nicht genau erkennen konnte. Ich spürte aber, dass diese Tür meine letzte Chance sei, um hier wieder demokratisch rauszukommen! Schnellen Schrittes fand ich dorthin und erkannte, dass es sich um den Notausgang handelte, der mir die Flucht ermöglichte. Nach vielen Kilometern Autobahn kam ich dann einige Stunden später endlich Zuhause an.  Während ich den Haustürschlüssel aus der Tasche zog, verspürte ich bereits eine fremde Hand auf meiner linken Schulterhälfte. Es war die Hand des Eilboten, der mir anschließend zu verstehen gab, dass ich Post aus Brüssel bekommen habe. Ich öffnete diesen Brief....

 

 

Diese Geschichte vom 25.04.14 ist meine persönliche Antwort auf die Aussagen vom Präsidenten der EU- Kommission Jean-Claude Juncker: "Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert! Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt" / "Wenn es ernst wird, muss man lügen."

 

 

 

 


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